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Workshop Seventy7: neu geschriebene Geschichte

Workshop Seventy7: neu geschriebene Geschichte
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Workshop Seventy7: neu geschriebene Geschichte

Nach einer 6-monatigen Pause war ich im September 2020 wieder mit meinem guten Freund und Kollegen Chris unterwegs. Unser Ziel war Weedon in der Nähe von Daventry, wo wir einen Termin mit David Lane von Workshop Seventy7 hatten.

Der passende Ort…

Für Oldtimer ist dieser seriöse, in der Geschichte verhaftete Gebäudekomplex der ideale Hintergrund. Workshop Seventy7 hat das Glück, im ehemaligen Royal Ordnance Depot zuhause zu sein. Die ältesten Gebäude stammen aus dem Jahr 1802, und die ehemalige Kaserne sowie das Munitionsdepot wurden bis Mitte der sechziger Jahre als solches genutzt. Heute beherbergen sie zahlreiche Werkstätten, Nischenhandwerker und Büroräume für die Unternehmen von Northampton.

Was ist Workshop Seventy7?

Es wird schnell klar, dass dies nicht die Erfüllung eines großen Traums für David war, sondern eher eine Serie von Umständen, die zur rechten Zeit zusammenkamen. Nachdem er in seiner Heimat Südafrika ein Unternehmen aufgebaut hatte, zog er 2002 nach Großbritannien und leitete zunächst eine Unternehmensberatung und war später mit der Sanierung von Immobilien beschäftigt. Da er sich jedoch für Design und Oldtimer interessierte, gab er bei einer Werkstatt den Bau eines Porsche 911 Hot Rod in Auftrag. Mittendrin fand sich David jedoch mit einem unfertigen Auto und mehreren Technikern ohne Job wieder. So besorgte er sich eine Gewerbeeinheit nur einen Steinwurf von der alten entfernt, stellte die im Motorsport ausgebildeten Mechaniker ein, die an seinem Auto gearbeitet hatten, und gründete die Werkstatt Seventy7.

Ist der Anfang erst gemacht...

Innerhalb weniger Tage rollten weitere Aufträge durch die betagten Türen von Davids neuer Werkstatt, und plötzlich war das "Spielen mit Autos" an die Stelle der Gebäudesanierung getreten. "Auch wenn man bei der Renovierung von Immobilien mit großen Summen zu tun hat, kommt nach Abzug aller Kosten nicht viel mehr als ein Grundlohn heraus", erzählt David und fährt fort: "Das hier ist ein großartiger Arbeitsplatz. Ich kann zwar nicht gut mit Schraubenschlüsseln, dafür aber gut mit Menschen umgehen. Ich verstehe mich als Projektmanager und nehme mir Zeit für die Kunden, damit sie genau das Fahrzeug und das Fahrerlebnis bekommen, das sie sich wirklich wünschen. Manche Kunden wissen genau, was sie wollen. Andere dagegen wollen, dass ich die Farbe und alles andere für sie auswähle."

Die Atmosphäre

Das Licht scheint durch die riesigen kirchenähnlichen Bogenfenster und erhellt die Ecke, in der David seinen Schreibtisch hat. Er bietet uns einen Kaffee an und erhitzt dann die Tassen mit einer Lötlampe. "Ich mag keinen Kaffee aus einer kalten Tasse.", bemerkt er. Wir setzen uns mit Sicherheitsabstand hin und er stellt die Musik im Hintergrund auf etwas Entspannteres um. Genau wie beim Oldtimerrennen auf dem Gelände von Goodwood House ist die Atmosphäre, in diesem schon fast majestätischen Gebäude zu sitzen und über die Fahrerlebnisse mit älteren Fahrzeugen zu sprechen, genau richtig. Ich kann mir gut vorstellen, wie aufgeregt seine Kunden sind, wenn sie hier ihr Projekt buchen.

In Gottes Namen...

Der 911, mit dem alles begann, ist der cremefarbene Oshe Zero 2, der von Fliegen übersät draußen parkt. Hinter Chris steht der etwas dezentere, in Aubergine lackierte Oshe Zero 5. Nach ein wenig Recherche vor unserer Reise wusste ich, dass Oshe (ausgesprochen Oh-Sche) der Name eines Gottes ist. Ich vermutete aber fälschlicherweise, dass es sich dabei um einen nordischen und nicht um einen afrikanischen handelte. Das ist natürlich eine Anspielung auf Davids Heimatland und seine Herkunft. "Ich nenne sie unsere Halo (Heiligenschein) Autos und wir bauen drei Halo Autos pro Jahr", erklärt er. "Die Oshe Autos sind nicht nur einfach Porsche, sondern sie werden alle komplett zerlegt, bis auf’s blanke Metall gestrippt, und dann mit einem Maß an Personalisierung wieder neu zusammengebaut, das am besten zu der Person und dem Zweck passt, für den das Auto gebaut wird." David mag es nicht, wenn seine Autos mit Singer verglichen werden. "Ich denke, dass sie erstaunliche Modelle herstellen, und ich würde nie behaupten, dass meine Autos besser sind als die von Singer, aber ich möchte meinen Kunden etwas anderes bieten, etwas mehr als nur eine Auswahl an Lackfarbe und Innenausstattung.

Alles hat seinen Preis

Im Gegensatz zu anderen spricht David gerne über Zahlen und glaubt an Transparenz, wenn es um die Kosten für die Fahrzeuge geht, an denen sein Team arbeitet. "Es ist wichtig, dass die Beziehung an der richtigen Stelle beginnt, und der Kunde muss sich bewusst sein, dass eine Sonderanfertigung wie unsere Oshe Fahrzeuge nicht billig ist. "Wie teuer?“, frage ich. „Sie müssen mit mindestens 230.000 Euro rechnen", verrät David, bietet aber einen Hoffnungsschimmer für diejenigen, die etwas weniger Geld zur Verfügung haben. Zusätzlich zu den Halo Autos haben wir kleinere, spezielle Workshop Seventy7 Designs, die wir einem Auto hinzufügen können, um das Fahrerlebnis des Besitzers zu einem viel niedrigeren Preis zu verändern. Erst kürzlich haben wir einen Z3 für einen Kunden umgebaut, und er hat mir 20 Minuten nach seiner anderthalbstündigen Heimfahrt eine SMS geschickt, um mir zu mitzuteilen, wie sehr er das Auto liebt... Und darum geht es!“

Rückdatierungen sind nicht mein Ding!

"Mir ist es wichtig, die Geschichte eines Autos zu bewahren", erzählt David. "Obwohl mein weißes Auto vordere Stoßdämpfer der G-Serie, einen 993 Motor und eine 993 Hinterradaufhängung hat, behält die Karosserie die ursprünglichen Linien von 1971, wenn auch mit gutem Grund verändert." Die vordere Stoßstange im RS Stil beherbergt einen größeren Ölkühler. Der seitlich angebrachte Öldeckel hilft bei der Zufuhr von frischer Flüssigkeit und die breiteren ausgestellten Radkästen überdecken die breiteren Reifen. Das Auto wiegt etwas mehr als eine Tonne und versteckt 300 PS unter der Motorhaube mit dem Entenbürzel, und wurde gebaut, um schnell zu fahren. "Wenn ich an einer Tankstelle anhalte, werde ich oft gefragt, ob dies 'eines dieser Autos' ist... Ich antworte mit Humor, dass es die Daventry Ausgabe ist!

Motorräder, Hot Rods, BMWs und mehr...

Als uns David durch das architektonische Wunderwerk seiner Werkstatt führt (die wegen der Expansion nicht mehr in Nummer 77 untergebracht ist), sehen wir einen Jaguar XK140, ein klassisches Alfa-Coupé, ein paar Mercedes aus seinem Bagged Benz Nebengeschäft, ein paar Motorräder und amerikanische Trucks. "Der Ansatz von Workshop Seventy7 lässt sich auf alles anwenden, was Räder hat", bekräftigt David. Wir stehen neben einem alten BMW-Motorrad, das er gerade zerlegt, und er zeigt mir eine Skizze auf seinem Handy... Er ist sichtlich begeistert von der Technik und davon, eine Sonderanfertigung zu schaffen, die sich, wenn auch nur geringfügig, von allem anderen unterscheidet, was es gibt. Ich kann verstehen, warum er eine jahrelange Warteliste für die Oshe Modelle hat. Seine Begeisterung ist auf eine sichere Art ansteckend!

Partnerschaften mit den Besten

David weist darauf hin, dass nicht alles im eigenen Haus gemacht wird. Während sie in einer anderen Einheit eine Autosattlerei für die Innenausstattung und eine Karosseriewerkstatt für Schweißarbeiten haben, schickt er seine Lackierarbeiten an die renommierte Lackiererei Normandale, und ernsthafte Motorarbeiten werden von David Knight Engineering erledigt. "Ich möchte keine kompletten Restaurierungsarbeiten übernehmen, wir wollen an Autos arbeiten, die größtenteils solide sind und bereit, zu etwas Besonderem ausgebaut zu werden." Zurzeit steht ein Porsche 964 auf einer Rampe, der Motor liegt in Einzelteilen darunter. "Wir hatten ein paar Probleme mit der Frühzündung an diesem Kundenauto", sagt er und hebt ein Stück des Kolbenrings auf, "zum Glück glauben wir, dass er gerettet werden kann, also wird der Motor überholt und wieder eingebaut. Das Auto selbst ist wirklich cool, mit Braid Fuchs Felgen und KW-Gewindefahrwerken.

Ein großes Dankeschön an David und das Team von Workshop Seventy7, dass sie sich Zeit für uns genommen haben, und uns ein oder zwei Stunden lang eine Kamera herumwedeln ließen. Ich kann es kaum erwarten, die Autos zu sehen, die in den nächsten Jahren aus diesem Gebäude rollen. Das Oshe Ethos stimmt absolut mit meiner Denkweise überein. Beim Autobau geht es nicht nur darum, Kreuze auf einer Liste zu machen.

Andy

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